[Kurzrezension] Tochter des Schnees

[Kurzrezension] Tochter des Schnees

1. März 2019 1 Von Shani

Tochter des Schnees (True Tales 1) | Veronika Rothe | Dark Diamonds | 294 Seiten | erhältlich als E-Book

Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Seit Jahrhunderten umschließt ein magischer Bann das Winterreich und hält die junge Holle darin gefangen. Erst als Marie, ein Menschenmädchen, durch einen Zauber zu ihr gelangt, scheinen die Gesetze ihrer Welt nicht mehr zu gelten. Doch Marie ist alles andere als begeistert, von ihrem Verlobten getrennt worden zu sein. Um ihr Heimweh zu lindern, gewährt Holle ihr einen Blick auf ihre Liebsten. Womit Holle nicht rechnet, ist die Sehnsucht, die Maries unglaublich attraktiver Bruder bei ihr selbst auslöst. Sie weiß nicht, dass er bereits nach einem Weg in ihr Reich sucht – und dass er Holle für das Verschwinden seiner Schwester verantwortlich macht…

(Original Klappentext)

Als absoluter Märchenfan habe ich bei dieser Märchenadaption ganz laut hier geschrien! Frau Holle war für mich immer ein ganz besonderes Märchen mit einer tollen Moral. True Tales war für mich aber eher eine große Enttäuschung.

Der Schreibstil wirkt auf mich unglaublich steif und gestelzt, ja geradezu unpassend altbacken. So hat das Lesen mir auf jeden Fall keinen Spaß gemacht.

Alle Charaktere waren schrecklich naiv und dumm. Die inneren Monologe (seitenlang) über triviale Dinge hat mich nahezu zur Weißglut getrieben. Und natürlich hatten alle Charaktere zueinander eine wunderbare, unverständliche, tiefe seelische Verbundenheit, die jeder von ihnen natürlich gespürt hat, aber entweder verdrängt oder nicht ausgelebt hat. Das ganze Buch war eher wie ein Mädchen, das stundenlang Blätter aus Gänseblümchen reißt und murmelt: „Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich…“ Letztendlich weiß ich nicht, ob die ständigen Wiederholungen – ich habe leider nicht mitgezählt, aber geschätzt wird pro Seite mindestens 3 mal erwähnt, wie „rein“ Holle doch sei – oder der vermeidliche Cliffhanger am Ende gespickt mit einem pseudosadischtischen Kommentar der Autorin im Nachwort, das Fass bei mir zum überlaufen gebracht hat. Ihr fragt euch jetzt sicher „Cliffhanger“? Jo, setzt euch lieber, denn dieses Buch ist nicht einmal ein Einteiler, sondern es soll eine Reihe werden. Da sage ich nur Danke, aber nein danke. Dieses Buch bekommt von mir nur einen Stern und darf sich in die Kategorie Ex-Freund begeben. Vielleicht macht es andere Leser glücklich, aber mich definitiv nicht.