[Lesetagebuch/Rezension] Die Rote Königin

[Lesetagebuch/Rezension] Die Rote Königin

8. Dezember 2017 0 Von Shani

Wie einige von euch vielleicht schon mitbekommen haben, habe ich gemeinsam mit Alex, Stephi von Bunte Worte und Lisa von Lisa's Bücherecke die "Die Rote Königin" von Victoria Aveyard gelesen.
Um euch auf dem Laufenden zu halten gab es auch ein
Lesetagebuch, dass ich wie ich zugeben muss eher schlecht als recht geführt habe.

Eine detaillierte Inhaltsbeschreibung wie in den
vorherigen Teilen des Lesetagebuchs gibt es in diesem Beitrag aber nicht, da es eine Rezension werden soll und ich deswegen Spoiler vermeiden möchte.

Zum Anfang erstmal ein paar Fakten:
Das Buch ist am 28. Mai 2015 im Carlsen-Verlag erschienen und ist in einer gebundenen Ausgabe, als E-Book, als Hörbuch und seit Juni 2017 auch als Taschenbuch erhältlich. Das Buch ist 512 Seiten dick und ist Teil 1 einer vierteiligen Reihe. Bis einschließlich Teil 3 sind die Folgebände bereits erschienen, ein Releasedatum für Teil 4 habe ich noch nicht herausgefunden.
Hier der Klappentext:
Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …
Inhaltlich ist dem Klappentext eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, denn ich möchte euch, wie oben erwähnt, auf keinen Fall spoilern.
Meine Meinung
Der Schreibstil ist schön und sehr einfach zu lesen. Trotzdem fiel mir der Start ins Buch eher schwer, denn die Geschichte hat mich anfangs nicht wirklich mitgerissen. Das wurde aber von Kapitel zu Kapitel besser. 
Ein Punkt der mir sehr störend ins Auge gefallen ist waren die Bezeichnungen der Talente der Silbernen. Das mag an der Übersetzung ins Deutsche gelegen haben, aber jemanden mit dem Talent besonders starke Arme zu haben "Starkarm" zu nennen und jemanden der besonders schnell ist "Huscher" erscheint mir eher wenig kreativ und ziemlich stumpf.
Wenn ich schon bei Dingen bin, die mich im Buch genervt haben, dann kann ich gleich damit weiter machen, dass extrem oft der Unterschied zwischen silbernen und roten erwähnt wurde. Und wenn ich extrem sage, dann meine ich EXTREM. Beim Lesen hatte ich sehr oft Momente, in denen ich Mare am liebsten angeschrien hätte "Ja verdammt! Ich habe es kapiert, die silbernen sind grausam und unterdrücken euch und du kannst nie eine von ihnen werden, weil dein Blut rot ist und ihres silbern und blablabla!"
Insgesamt war das Buch eine Mischung aus Selection und Panem. Natürlich kann nicht jeder Autor das Rad neu erfinden, aber manchmal haben mich die Parallelen gradezu angesprungen. Eigentlich war das nicht schlecht, da ich sowohl Panem als auch Selection klasse fand, aber dadurch wurde die ganze Story leider ziemlich vorhersehbar.
Kommen wir nun kurz zu den Charakteren. Unser lieber Thronprinz Cal ist genauso wie ein guter zukünftiger König sein sollte. Er ist seinem Vater und dem Königreich treu ergeben, ist sich seiner Verantwortung gegenüber dem Volk überaus bewusst und sieht die Missstände in seinem Land, insbesondere die Trennung des Blutes sieht er als Problem, wagt es aber nicht daran etwas zu ändern aus Angst vor unnötigem Blutvergießen. Er hat ein großes Herz, was wohl untypisch ist für Silberne.
Cals Bruder Maven steht im Schatten seines Bruders und scheint der Verlobung mit Mare nicht abgeneigt. Sein Charakter ist unglaublich vielschichtig und er sorgt im Laufe der Geschichte für einige Überraschungen. Mare, unsere Prota ist rot, durch und durch. Ihr fällt es nur sehr schwer ihren Hass auf die Silbernen zu überwinden. Trotzdem ist sie sehr sprunghaft in ihren Gefühlen, die zwischen Cal, Maven und ihrem besten Freund Kilorn hin und her springen wie ein Flummi. Sie handelt oft nicht rational und ist eher emotionsgesteuert. Sehr oft ist sie sogar ziemlich naiv obwohl sie auf Grund der Umstände, in denen sie aufgewachsen ist eigentlich mehr Reife zeigen müsste.
Obwohl ich einiges zu meckern habe, hat mir das Buch im Groben und Ganzen doch ganz gut gefallen und ich werde bei Gelegenheit auch noch die Folgebände lesen, allerdings hat mich die Story jetzt nicht so sehr gepackt dass ich jetzt sofort weiter lesen müsste.
Insgesamt kann ich 4 Sterne vergeben und euch das Buch als Match ans Herz legen.