[Questions, Quotes & Quatschen] Klischees – Vollkommen okay oder NoGo?

[Questions, Quotes & Quatschen] Klischees – Vollkommen okay oder NoGo?

21. August 2018 0 Von Shani

Ich habe lange überlegt, wie ich an dieses Thema herangehe und bin zu dem Schluss gelangt, dass es wohl am Besten ist, wenn ich mir erstmal überlege welche Klischees so in meinem Kopf herum schwirren, welche ich selbst verkörpere und welchen ich selbst schon ausgesetzt war.

Das erste Klischee, welches mir in den Kopf kam, war – passend zur Gamescom – Gamer. Menschen die Videospiele spielen sind alle und ausnahmslos unsportliche, blasse Menschen, die sich seltsam Kleiden, wenig Wert auf Körperhygiene legen und im schlimmsten Fall so wenig von ihrem eigenen Charakter halten, dass sie lieber in einer Fantasiewelt leben, sich neu erschaffen und den neuen Charakter dann in Form von Cosplay oder larp ausleben.

Und in den Medien wird es oft genug auch genau so dargestellt.

Ich kann mich noch sehr gut an einen Beitrag von RTL auf der Gamescom vor ein paar Jahren erinnern – über das Niveau dieses Senders müssen wir an dieser Stelle aber nicht sprechen – in dem AUSSCHLIEßLICH die Gamescom-Besucher gezeigt wurden, die genau das oben beschriebene Klischee erfüllen. Ich fand das damals wie heute absolut für’n Arsch, weil das Klischee dazu genutzt wurde Menschen herab zu werten und lächerlich zu machen. In dieser Hinsicht sind Klischees für mich also ein absolutes NoGo.


Dann kam mir aber in den Sinn, dass ich z. B. das Klischee des „Metalheads“ und auch das Klischee des Gamers mit Stolz lebe. Ich liebe es mich meinem Musikgeschmack entsprechend zu kleiden, ich liebe meine überwiegend schwarze Garderobe, meine Band und Nerdshirts, meine StarWars und Harry Potter Tattoos, meine Piercings, habe kein Problem damit, dass jeder sieht, dass ich Pokemon GO! spiele wenn ich gerade dabei bin in der Oldenburger Innenstadt ein Evoli einzufangen und trotzdem bin ich sportlich und schaffe es zu duschen und mir die Haare unter den Achseln zu rasieren. Ein noch besseres Beispiel ist mein Freund: Er ist noch ein viel größerer Gamingnerd als ich, aber äußerlich sieht man es ihm überhaupt nicht an. Äußerlich sieht man nur einen sportlichen, gut gekleideten, attraktiven jungen Mann. Also sind Klischees vielleicht doch völlig okay?

Dann erinnerte ich mich an einen weiteren unangenehmen Moment, in dem ich bei einem Date saß. Die Atmosphäre war super, wir saßen nett in einem Café und haben uns gut unterhalten. Bis das Wort „Pferd“ viel. Pferdemädchen wären ja ein NoGo! Das wären alles nur eingebildete Schnepfen, die auf ihrem hohen Ross sitzen, zu viel Geld für Kram für das Pferd ausgeben, nie Zeit haben, nur auf Turnieren oder im Stall herum hängen und denen der Gaul eh viel wichtiger ist.

„Ähm Hallo?! Ich sitze dir gegenüber, ich höre deine ganzen abfälligen Bemerkungen!“

Meine Argumente, dass ich Islandpferde reite, das alles viel entspannter bei uns ist, ich keine Lust auf Turniere habe und lieber ausreite, maximal 2-3 mal im Jahr einen Distanzritt nenne und mein Pferd sich freut wenn es mal ein paar Tage ruhe von mir hat, trafen auf taube Ohren und das Date war im Anschluss schnell beendet. Ich weiß noch genau wie sauer ich danach noch über so viel Dummheit war.

Am Ende meiner Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Klischees beides sind: Absolut okay UND voll daneben. Es kommt immer darauf an wie man selbst und andere mit ihnen umgehen.


Wenn du so wie ich stolz auf das Klischee bist, welches du auslebst, dann sei es auch weiterhin und lass dich von der Meinung anderer nicht runter ziehen. Falls du andere anhand von Klischees abwertest, dann lass es, denn das ist fies. 
Wenn du das Klischee des schüchternen, bücherliebenden Mauerblümchen lebst und dich wohl damit fühlst dann bleib so wie du bist. Wenn nicht, dann überleg einfach welche Aspekte des Klischees dir nicht gefallen und ändere sie für dich. Nur weil man Bücher liebt, kann man auch extrovertiert und laut sein, schrille Kleidung tragen und auffallen, wenn man das denn willst.

Eines steht für mich jedenfalls fest: Die Welt ist nur so bunt wie die Menschen die in ihr Leben und wenn man es lieber in Stereotypen mag – von mir aus. Ich für meinen Teil habe keine Lust in Schubladen zu denken und zu leben, sondern mag es lieber vielfältig, halt genau so, wie ICH eben bin. Und wenn ich dabei das ein oder andere Klischee bediene, dann sage ich nur scheiß drauf.



Jetzt hätte ich gerne deine Meinung unten in den Kommentaren. Bis dahin lese ich mir aber erstmal die Beiträge von Stephi und Jen durch. Falls du das auch tun willst, findest du sie in dem du einfach auf ihre Namen klickst.