[Rezension] Someone New

[Rezension] Someone New

4. Februar 2019 0 Von Shani

Someone New | Laura Kneidl | LYX Verlag | 550 Seiten | erhältlich als E-Book, Broschur und Hardcover

Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich deswegen, vor allem weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch seine undurchdringliche Art fasziniert Micah, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält, denn er hat ein Geheimnis – ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

(Original Klappentext)

Someone New war nach der Krone der Dunkelheit das Zweite Buch, was ich von Laura Kneidl gelesen habe. Wieder konnte sie mich mit ihrem packenden und flüssigen Schreibstil direkt in die Geschichte reißen!

Viele haben vielleicht schon mitbekommen, dass dieses Buch von vielen gehyped aber auch stark diskutiert wird, denn in diesem Buch sind vermutlich alle sozialen Randgruppen vertreten, die es gibt. Ich erlaube mir an dieser Stelle aber kein Urteil darüber ob Laura eine geeignete Autorin für dieses Thema ist, denn meiner Meinung darf jeder Autor schreiben was er will.
Für mein Empfinden hätte ruhig wenigstens ein sympathischer Charakter dabei sein können, der einfach zu keiner Randgruppe gehört, aber das ist wohl einfach Geschmackssache. Durch die vielen Charaktere aus „sozialen Randgruppen“ hatte ich leider das Gefühl, dass nicht die eigentlichen Charakterzüge beschrieben wurden, sondern eher die Eigenschaft des Charakters im Gesamtzusammenhang. Anstatt beispielsweise den individuellen Charakter von Micahs Bruder ins Buch einzubauen oder gemeinsame Erinnerungen der beiden, wurde nur hervorgehoben, dass er schwul ist und sich ihr nicht anvertraut hat. Anstatt Auri als den coolen Typ, der sportlich und nerdig zugleich und unglaublich herzlich und liebevoll ist darzustellen, war er lediglich der große schwarze Typ, in den das kleine weißen Mädchen verliebt ist. Diese Reihe könnte ich mit allen Charakteren so fortsetzen.
Die Handlung konnte mich definitiv voll mitreißen und hatte echt eine riesige Überraschung für mich parat, mit der ich einfach nicht gerechnet hatte.
Gestört hat mich allerdings, dass ungefähr in jedem Kapitel mehrmals erwähnt wurde, wie sehr Micah auf Comics steht… No shit, nach drei Kapiteln hat das einfach jeder gerafft, also hätte man das Comic Thema auch etwas runter schrauben können. Zudem war Micah für mich in vielen Situationen alles andere als verständnisvoll. Sie überschreitet Julians Grenzen und zwar ständig. Sie setzt ihn unter Druck sich ihr zu öffnen und sie ist nahezu grundlos sauer auf jeden, der sich ihr nicht sofort öffnet. In dieser Hinsicht war sie mir sogar ziemlich unsympathisch. Außerdem würde ich Julian wohl echt in den Arsch treten, wenn ich ihn im echten Leben treffen würde und ihn dann am Ohr zum nächsten Tierheim schleifen, damit er seinem süßen Kater einen Kumpel besorgt! Wenn ich eins hasse, dann Einzelhaltung bei Kitten! Ernsthaft! Das ist nicht Artgerecht, sowas will ich in keinem Buch beschönigt lesen!
Neben diesen kleinen oder größeren Aufregern hat mir das Buch aber doch ganz gut gefallen, weshalb es 4 Sterne und ein Match bekommt.