[Rezension] Fauler Zauber

[Rezension] Fauler Zauber

23. Februar 2019 0 Von Shani

Fauler Zauber | Dianna Wynne Jones | Knaur Verlag | 480 Seiten | erhältlich als E-Book und Taschenbuch

Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

In ihrem humorvollen High-Fantasy-Roman erzählt die preisgekrönte britische Autorin Diana Wynne Jones, wie sich eine magische Welt als lukrative Geschäftsidee entpuppt.

Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys „Pilgerfahrten“. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus der benachbarten Welt ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen. 
Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.

(Original Klappentext)

Mit dem Namen Dianna Wynne Jones verbinden viele wohl als erstes „Das wandelnde Schloss“, ein Buch, welches mittlerweile sogar schon verfilmt wurde. Aber auch andere Bücher aus ihrer Feder sind bei weitem nicht zu verachten, wie ich jetzt erst bei „Fauler Zauber“ feststellen durfte.

Durch den angenehmen Schreibstil fiel mir der Einstieg ins Buch sehr leicht und die Geschichte konnte mich vom ersten Moment an fesseln.

Die Geschichte ist, obwohl sie sehr detailreich geschrieben ist, bei weitem nicht langatmig, was wohl besonders an dem großartigen Setting des Buches liegt. Eine Welt parallel zu unserer, in der alle erdenklichen Fantasy-Wesen leben und für Touristentouren ausgebeutet werden? Ganz im Ernst? Diese Tour würde ich trotzdem gern mal mitmachen, denn wer will nicht durch ein fantastisches Land reisen, Drachen begegnen, gegen Nachtmahre kämpfen, vor der wilden Jagt fliehen und letztendlich das Land von seinem dunklen Fürsten erlösen? Doof nur, dass dieses Land eigentlich keinen dunklen Fürsten hat und immer einer der Hexenmeister diese Rolle übernehmen muss. Derk, auf den das Los des dunklen Fürsten in dieser Saison gefallen ist, hätte mir sympathischer nicht sein können, wodurch ich unglaublich mit ihm mitgefiebert und mitgelitten habe. Auch seine Familie hätte sympathischer und skurriler nicht sein können, den wer hat denn bitte neben den normalen Kindern noch Greifen als Töchter und Söhne? Damit wären wir aber noch lange nicht am Ende der Liste. Nicht nur durch die skurrilen Charaktere, sondern auch durch die zahlreichen Pannen, die Derk beim Planen des Touristenabenteuers durchlebt, wird dieses Buch zu einem durchaus humorvollen Lesevergnügen, bei dem ich doch das ein oder andere Mal meine Mundwinkel lächelnd nach oben verzogen habe.

Fauler Zauber und ich hatten definitiv ein Match, denn ich habe es in gerade mal zwei Tagen nahezu verschlungen, im Vergleich zu vielen anderen Büchern, hat es mich aber nicht derart abgeholt, um sich die volle Punktzahl und einen Platz unter den Traumprinzen zu verdienen, aber es reicht immerhin für solide 4 Sterne.