[Rezension] Scythe

[Rezension] Scythe

2. Mai 2019 1 Von Shani

Scythe – Die Hüter des Todes | Neal Schusterman | Fischer Sauerländer | 528 Seiten | erhältlich als gebundenes Buch, Broschur und E-Book

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

(Original Klappentext)

Die Welt ist nahezu perfekt. Es gibt keine Krankheiten, Schmerzen werden durch sogenannte Naniten im Körper gehemmt. Die Menschheit ist unsterblich. Um eine Überbevölkerung zu vermeiden gibt es die Scythes, die Nachlese betreiben. In anderen Worten: ausgebildete Mörder die sich ihre Opfer rauspicken und sie auf offener Straße umbringen können, sei es schmerzlos oder in einem Blutbad. Und dies tun sie ohne bestraft zu werden, ohne Konsequenzen, denn die Scythe stehen über den Gesetzen.

In dieser Welt treffen wir Rowan und Citra, zwei junge Menschen, die von einem der Scythe zu seinen Lehrlingen auserwählt wurden. Mit Citra und Rowan hat Schusterman uns zwei Protagonisten vor die Nase gesetzt, die man einfach mögen muss, was unter anderem wohl auch an dem fantastischen Schreibstil lag, der sich durch das ganze Buch gezogen hat und die Charaktere so mitreißend und authentisch beschrieben hat, dass man sie einfach lieben musste. Als Leser mochte ich mich gar nicht entscheiden, wen der beiden ich lieber mag, aber irgendwann musste ich es, denn die beiden sind in einen Kampf um Leben und Tod verwickelt, denn ein Scythe kann nur einen Nachfolger haben, der andere wird nach Abschluss seiner Ausbildung nachgelesen. Hat Freundschaft da noch eine Chance? Was geschieht mit dem moralischen Kompass, wenn man durch seinen Beruf dazu gezwungen wird jeden Monat eine gewisse Anzahl an Menschen zu töten?

Das Thema ist keine leichte Kost und regt – ob man will oder nicht – zum Nachdenken an. Teilweise sind die von Shusterman geschilderten Situationen grausam und blutig, doch genauso oft findet man als Leser tiefe Gefühle und Barmherzigkeit in diesem Buch.

Durch diese Besondere Kombination, die tollen Protagonisten und Antagonisten, diese unglaublich durchdachte Welt, die ich in dieser Form noch in keinem anderen Buch gefunden habe, wird Scythe von Neal Schusterman für mich zu einem absoluten Traumprinzen und bekommt von mir volle 5 Sterne!